DRK eröffnet Betreuungsverein für Kreis Offenbach

Feierliche Veranstaltung in Seligenstadt unterstreicht die Bedeutung von Vorsorge und Selbstbestimmung im Alter

v.l.n.r.: Oliver Quilling, René Rock und Herr Grothe.
v.l.n.r.: Oliver Quilling, René Rock und Herr Grothe.

Seligenstadt, den 10. November 2017. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat mit einer würdevollen Feier im Seligenstädter Rathaus einen Betreuungsverein für den Kreis Offenbach gestartet und dessen Arbeit vorgestellt. Betreuungsvereine beraten in Fragen rund um die Themen Vollmachten, gesetzliche Betreuung und Patientenverfügungen. Zusätzlich gewinnen, schulen und informieren sie ehrenamtliche Betreuer und bieten Informationen zur Beantragung von Sozialleistungen. Gastgeber und Bürgermeister Dr. Daniell Bastian begrüßte den Start des Vereins als eine unentbehrliche Unterstützung für alle jene, die dort helfen, wo andere sich nicht mehr helfen können.

Ich freue mich außerordentlich, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Offenbach jetzt die engagierte Arbeit eines Betreuungsvereins mit dem DRK als Träger anbieten können“, sagte René Rock, Ortsvorsitzender des DRK Seligenstadt und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag. „So können Menschen rechtzeitig selbstbestimmt vorsorgen und eine gesetzliche Betreuung verhindern. Das Land Hessen hat Mittel zur Verfügung gestellt, der Landkreis als Träger der Betreuungsbehörden wird zukünftig den Betreuungsverein finanziell unterstützen, und Thorsten Fittkau hat in unermüdlichem Einsatz den Verein für das DRK auf die Beine gestellt. Dafür allen meinen herzlichsten Dank. Jetzt wollen wir werben und Mitarbeiter gewinnen. Sie haben dafür die ganze Unterstützung der Politik.“ 

Mechthild Schwerer-Schulz, links im Bild, und Thorsten Fittkau
Mechthild Schwerer-Schulz, links im Bild, und Thorsten Fittkau

Für Thorsten Fittkau, Leiter des Betreuungsvereins, sind die Beratungs- und Unterstützungsangebote des Betreuungsvereins unverzichtbar, um als Mensch rechtzeitig selbst bestimmen zu können, wer im Notfall Vollmachten und Betreuungsrechte erhalten soll. „2016 gab es im Kreis Offenbach ca. 4.000 Menschen in Betreuung, 35 % davon wurden hauptamtlich betreut, 65 % ehrenamtlich. Der Bedarf und die Notwendigkeit umfassender Beratung werden angesichts der demographischen Entwicklung weiter steigen. Wer betreut, übernimmt eine immense Verantwortung für einen anderen Menschen. Unser Betreuungsverein ist da, um dabei zu unterstützen, rechtzeitig vorzusorgen und die Betreuung optimal zu gestalten.“

Der Verein, der heute ins Leben gerufen wird, ist ein lebendiges Zeichen für die Bedeutung des Ehrenamts in der Gesellschaft, und er stellt ein wichtiges Signal für die Region dar“, unterstrich Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel. „Ohne ehrenamtliches Engagement kann kein Gemeinwesen bestehen. Und gerade in der Gesundheits- und Sozialpolitik schaffen wir es ohne die Unterstützung durch ehrenamtliches Bürgerengagement im Hauptamt nicht. Das Ehrenamt soll jetzt auch in die Hessische Verfassung aufgenommen werden, mehr Anerkennung und auch mehr Geldmittel sind dringend vonnöten. Ich wünsche allen, die in diesem Verein Verantwortung übernehmen, alles Gute für den Aufbau ihrer Arbeit.“

Landrat Oliver Quilling dankte René Rock für die Initiative, er sei der Motor im Entstehen des Vereins gewesen. „Betreuungsvereine sind ein wichtiges Element in einer sozialen Gesellschaft. Unser Gemeinwesen braucht Menschen, die bereit sind, sich auch ohne Bezahlung zu engagieren. Ich möchte allen, die am Aufbau dieses Vereins beteiligt waren und ihn jetzt tatkräftig umsetzen, wirklich sehr, sehr danken“, sagte Quilling.

Mechthild Schwerer-Schulz, Betreuungsrichterin am Amtsgericht Langen, betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig es den Menschen sei, sich nicht entmündigt zu fühlen, obwohl es dieses Konzept im Betreuungsrecht seit 25 Jahren schon nicht mehr gebe. „Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg, denn ehrenamtliche Betreuung ist eine enorme Unterstützung für das Hauptamt. Sie werben damit in unserer Gesellschaft dafür, auch in schweren Lebensumständen ein selbstbestimmtes Leben zu führen, selbst wenn vielleicht eine andere Person die Umsetzung übernehmen muss. Die Betreuungsrichter freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit“.