Jugend möchte mitentscheiden

Jugendliche diskutieren mit Langener Freidemokraten über Einrichtung eines Jugendforums

Die Forderung von Jugendlichen nach einer Möglichkeit an kommunalen Entscheidungen mitzuwirken, traf im Rathaus auf Resonanz. So ist der zuständige Fachdienst der Stadt Langen schon seit geraumer Zeit im Gespräch mit einer Gruppe von ca. 12 Jugendlichen, die sich eine Beteiligung an Planungen und politischen Entscheidungen wünschen.

Ein entsprechender Antrag der Verwaltung ein Forum einzurichten, in welchem Kinder und Jugendliche ihre Interessen selbst vertreten und gegenüber Verwaltung und Politik formulieren können, ist bereits seit der Sozialausschusssitzung am 3. November in Gespräch.

Die Fraktion der FDP lud Jugendliche, Fachdienst und interessierte Gäste im Rahmen des „Treffpunkt Liberal“ am vergangenen Samstag in das Steigenberger Hotel, um die Jugendlichen kennenzulernen und mit ihnen zu diskutieren. Stellvertretend für die Gruppe erläuterten Tim Kolmschlag (16), Joschua Thierolf und Stine Vogel (15) die Ideen für die Gestaltung eines Forums. So soll dieses aus 45 Jugendlichen (darunter Delegierte aus Schulden, Vereinen, Kirchen und per Losverfahren gewählten) bestehen. Ideen aus selbst organisierten Arbeitsgruppen sollen mit dem Bürgermeister diskutiert und in Anträge formuliert werden, die dann über die Verwaltung in das Stadtparlament eingebracht werden. Auch eine Einbindung in die Gremien mit Rederecht, wünschen sich die Jugendlichen. Es sind Themen wie Spielplätze, Fahrradwege und Sportanlagen, die Jugendliche interessieren. Aber auch die Ansiedlung von Firmen, wie beispielsweise weitere und bei Jugendlichen beliebte Schnellrestaurants. „Dabei ist und wichtig, diese Themen überparteilich zu behandeln“, stellt Tim Kolmschlag heraus.

Die Langener Liberalen zeigten sich tief beeindruckt vom Interesse und Engagement der Jugendlichen. Zugleich motivierten sie die Jugendlichen dazu, sich bei den zum Teil langwierigen Verwaltungs- und Gremienprozessen nicht entmutigen zu lassen. Die Idee der Jugendlichen, Stadtverordnete als Paten heranzuziehen, fand bei den Liberalen Gefallen.

Vorlagen über mögliche Beteiligungsformen gibt es genug, sind in vielen Städten langfristig aber nicht erfolgreich gewesen. Daher ginge es darum Formen zu finden die auch langfristig funktionieren, so die Fachdienstleiterin Martina Waidelich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müssen die Stadtverordneten nur über die Einrichtung eines solchen Forums befinden, sodass damit die Gelder des Bundesprojekts „Demokratie Leben“ freigegeben werden, die z.B. für Veranstaltungen gebraucht werden. Über die Einrichtung und Form der Beteiligung wird weiter beraten. „Uns geht es vor allem darum auf den Weg zu kommen und einen Prozess zu initiieren,“ so Waidelich. „Weitere Dinge, wie beispielsweise ein Rederecht für die Jugendlichen in den Ausschüssen, muss in der Hauptsatzung geändert und darum von den Stadtverordneten zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden“.

„Wir freuen uns sehr über das politische und demokratische Engagement der Jugendlichen und sind gespannt auf die Impulse, die wir in zukünftigen Gremiensitzungen erhalten werden“, schloss Stadtverordneter Mathias Rhiel die Veranstaltung.

Der Sozialausschuss behandelt den Antrag in seiner Sitzung am 9. Februar.

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